Shopware-Ratgeber

Shopware ERP-Anbindung an Microsoft Dynamics 365: So funktioniert es

So verbinden Sie Shopware 6 mit Microsoft Dynamics 365 Business Central: Datenflüsse, Integrationswege, Projektschritte und typische Fehler.

Kurze Antwort

Eine Shopware–Dynamics-365-Anbindung verbindet Ihren Onlineshop mit Ihrem ERP: Produkte, Preise und Bestände kommen aus Dynamics, Bestellungen und Kunden fließen automatisch aus Shopware zurück. Dafür gibt es drei Wege: einen fertigen Connector, eine Integrationsplattform (Middleware) oder eine individuelle Integration über die Shopware Admin API und die Dynamics 365 Business Central API. Am Anfang steht immer die Frage, welches System für welche Daten führend ist.

Welche Daten wohin fließen

Daten Führendes System Richtung
Produkte, Varianten, Merkmale Dynamics 365 Dynamics → Shopware
Preise, Preislisten, Kundenpreise Dynamics 365 Dynamics → Shopware
Lagerbestände Dynamics 365 Dynamics → Shopware (häufig oder nahezu in Echtzeit)
Bestellungen Shopware Shopware → Dynamics (als Verkaufsaufträge)
Kunden und Adressen Je nach Projekt Ein- oder zweiseitig
Rechnungen, Lieferstatus, Tracking Dynamics 365 Dynamics → Shopware

Faustregel: Das ERP verwaltet Stammdaten und Finanzen, der Shop den Checkout.

Drei Integrationswege

Weg Geeignet für Zu beachten
Fertiger Connector (z. B. die Business-Central-Erweiterung von Shopware für Shopware 6 Cloud) Standardprozesse, schneller Start Nur die Felder und Abläufe, die der Connector unterstützt
Integrationsplattform / Middleware (z. B. Shopware Nexus oder ein iPaaS) Mehrere Systeme (ERP, PIM, Marktplätze) Zusätzliche Lizenz; Mappings müssen trotzdem geplant werden
Individuelle API-Integration Eigene Preislogik, B2B-Regeln, Sonderprozesse Mehr Entwicklungs- und Wartungsaufwand, dafür volle Kontrolle

Projektablauf

  1. Datenanalyse: alle Objekte, Felder und Regeln in Dynamics und Shopware erfassen.
  2. Führendes System und Sync-Häufigkeit je Datentyp festlegen.
  3. Feld-Mapping: Artikelnummern, Varianten, Einheiten, Steuersätze, Preisgruppen und Kundennummern.
  4. Umsetzung und Test mit einer Dynamics-Sandbox und einem Shopware-Staging-Shop.
  5. Fehlerbehandlung: Protokolle, Wiederholungen und Alarme bei fehlgeschlagenen Synchronisationen.
  6. Go-live und Monitoring: erste Bestellungen, Bestandsupdates und Rechnungen eng beobachten.

Als grobe Orientierung: 4–6 Wochen mit einem fertigen Connector, 8–16 Wochen für eine individuelle Integration mit B2B-Preisen. Eine Analyse liefert eine verlässliche Schätzung.

Typische Fehler

  • Kein klar führendes System – Daten werden in beide Richtungen überschrieben.
  • Varianten und Mengeneinheiten passen zwischen ERP und Shop nicht zusammen.
  • Bestände werden zu selten synchronisiert, was zu Überverkäufen führt.
  • Kein Monitoring – fehlgeschlagene Bestellungen fallen erst Tage später auf.
  • Steuer- und Rundungsdifferenzen zwischen Shop und ERP.

SolutionThinker ist Shopware Extension Partner und Microsoft-zertifiziert für Azure, .NET, SharePoint und Microsoft Dynamics. Mehr zu unseren Shopware-Leistungen.

Häufige Fragen

Gibt es einen Standard-Connector für Dynamics 365 Business Central?

Ja. Shopware bietet eine Business-Central-Erweiterung für Shopware 6 Cloud an, außerdem gibt es Connectoren verschiedener Partner. Prüfen Sie vorab, ob alle benötigten Daten und Regeln unterstützt werden.

Lässt sich Shopware auch an Dynamics 365 Finance and Operations anbinden?

Ja, meist über Middleware oder eine individuelle API-Integration, da Finance-and-Operations-Projekte komplexere Daten und Prozesse haben.

Wie oft sollten Bestände synchronisiert werden?

So oft, wie es Ihr Umsatz erfordert – von alle paar Minuten bis nahezu in Echtzeit. Schnell drehende Artikel sollten nie nur einmal täglich abgeglichen werden.

Funktioniert das Vorgehen auch mit anderen ERP-Systemen?

Ja. Führendes System, Feld-Mapping, Tests und Monitoring sind bei anderen ERP-Systemen gleich; nur der Connector oder die API ändert sich.

Geschrieben von Farhaj Uddin, Gründer von SolutionThinker. SolutionThinker entwickelt seit 2005 Web-, E-Commerce- und App-Projekte für Unternehmen in Deutschland und den USA. Zuletzt geprüft: Oktober 2026.

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